Am "Beethovengang"
Der Beethovengang ist einer der bekanntesten Spazierwege Döblings. Schon auf Grund seiner Bezeichnung ist er bedeutungsvoll.
Er liegt im Herzen von Nussdorf, beginnt am Ende der Zahnradbahnstraße und schlängelt sich hinauf bis zum Denkmal "Beethovenruhe". Dieses Denkmal wurde am 15.6.1863 enthüllt - wahrscheinlich anlässlich der Benennung des Weges. In der Mitte, an der Kreuzung Eroicagasse/Beethovengang, findet sich eine sehenswerte Nepomukstatue. Der Beethovengang liegt in einem kleinen Tal, und der Schreiberbach plätschert entlang des Weges (er hat eine Länge von 4192 m, woher kommt er wohl ?).
Der Beethovengang ist benannt nach einem der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte, Ludwig van Beethoven (1770 - 1827), die Benennung erfolgte bereits ca. 1864/69, das genaue Datum ist nicht feststellbar. Beethoven wurde zwar in Bonn geboren, wegen seines Aufenthaltes in Wien gilt er aber als Österreicher bzw. Wiener. Da sich Beethoven häufig auch in Heiligenstadt und Nussdorf aufhielt, kann man ihn mit Recht auch als Döblinger bezeichnen. Er war oft wandernd unterwegs, so auch am Beethovengang. Er soll bei seinen Wanderungen gerne einen blauen Frack mit Messingknöpfen, einen Zylinder, den er nach hinten schob und ein weißes Halstuch mit langen Zipfeln getragen haben; ebenso soll er immer ein größeres Notizheft und ein Oktav-Konversationsheft bei sich gehabt haben.
Neben dem Beethovengang gibt es auch eine Reihe von Gebäuden und Denkmälern, die vom Leben Beethovens in Wien zeugen, so zum Beispiel das Beethovenhaus am nahegelegenen Pfarrplatz und das Haus des ehemaligen Nussdorfer Bürgermeisters in der Kahlenbergerstraße 26.
Der Beethovengang findet sich auch in einigen Wienerliedern, so z.B. in "A Buschenschank am Beethovengang" (Komponisten: Emmerich Zillner und Franz Pilz, Text: Hans Werner) und "Neb'n dem Beethovengang fließt ein Bacherl" (Komponist und Textdichter: Hans Rahner).
DDr. Hans Trattner, Bezirkszeitung