Helmut Kretschmer: Das Eroicahaus

 Das größte Denkmal eines Künstlers stellt zweifellos sein Werk dar. Dennoch haben  Denkmäler, Gedenk- und Erinnerungsstätten eine wichtige Funktion. Halten sie doch die Erinnerung an bedeutende Künstler auch bei jenen Menschen wach, denen das Werk an sich ferner steht.  

Im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert pflegten Wiens begüterte Bürger ihre „Sommerfrische“ im Grünen zu verbringen. Die nord -und nordwestlichen Vororte der Hauptstadt, wie Döbling, Heiligenstadt, Grinzing oder Nussdorf wurden im Sommer bevorzugt aufgesucht. Unter den prominenten Besuchern dieser Ortschaften ragt Ludwig van Beethoven – nicht nur seiner Bedeutung auf dem Gebiet der Musik wegen – sondern auch wegen der Häufigkeit seiner Besuche hervor. Mag auch die eine oder andere Beethoven-Stätte im Lichte neuerer Forschungsergebnisse heute anders gesehen werden als in der Vergangenheit, sind dennoch allesamt kulturgeschichtliche Juwele unserer Stadt. So auch das als „Eroicahaus“ bezeichnete Gebäude in der Döblinger Hauptstraße 92, in dem sich der  Komponist zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufhielt und in dem er an seiner 3. Symphonie, der „Eroica“, arbeitete.      

Senatsrat Dr. Helmut Kretschmer , Historiker am Wiener Stadt- und Landesarchiv, ist auch Präsident der Mozartgemeinde Wien und im wissenschaftlichen Beirat des Eroicahauses. Von seinen zahlreichen Publikationen seien „Beethovens Spuren in Wien“ sowie „Mozarts Spuren in Wien“ (beide Pichler-Verlag, Edition Wien) genannt.