Stellungnahme zum Projekt Eroica-Haus in Wien-Döbling
Die von Susanne Rittenauer entwickelte Idee, am Standort Döblinger Hauptstraße
92 den Geist Ludwig van Beethovens durch eine Reihe kultureller und künstlerischer
Initiativen erlebbar zu machen, hat viel Charme. Ihr Konzept schafft eine Brücke
zwischen dem kulturellem Erbe und der Gegenwart und verleiht dieser eine
international befruchtende Ausstrahlung. Die Pianistin, die ihre Konzerte und
gemeinsamen Auftritte mit anderen Künstlern erfolgreich managt, weiß
in der organisatorischen Umsetzung künstlerische Kompetenz mit
Zielstrebigkeit und Ausdauer zu verbinden.
Ihr Vorhaben, das unter Denkmalschutz stehende Eroica-Haus zu einem Dokumentationszentrum der Europa-Hymne zu machen, verleiht dem Projekt zusätzlich eine besondere und in dieser Form bisher in Europa auch einzigartige Bedeutung. Jedenfalls beschert die Ansiedlung des Dokumentationszentrums in der bestehenden Beethoven-Gedenkstätte diesem kulturhistorisch einmaligen Standort eine weitere nachhaltige Aufwertung.
Die Gestaltungs- und Verwertungsmöglichkeiten, die sich hier eröffnen, sind insgesamt so hoch zu veranschlagen, dass der für die bauliche Sanierung und Ausstattung erforderliche Aufwand sogar nach den strengen Beurteilungsmaßstäben, die der Rechnungshof und das Kontrollamt der Stadt Wien üblicher Weise anlegen, als voll gerechtfertigt erscheint. Außerdem sind in dem Projekt Elemente enthalten, die die EU als finanziell förderungswürdig anerkennt.
Susanne Rittenauers Konzept hat eine ideell-künstlerische und eine wirtschaftlich-touristische Dimension. Die ideell-künstlerische umfasst neben den Musikaufführungen vor allem Aktivitäten zur Pflege des Kontaktes und des Kulturaustausches mit Künstlern und Musikwissenschaftern aus dem In- und Ausland, insbesondere solchen aus den EU-Nachbarstaaten. Außerdem wird ein Netzwerk geflochten, das sich darauf versteht, die Tradition zeitgenössisch weiter zu entwickeln und dabei die Jugend mit einzubeziehen.
Die wirtschaftlich-touristische Dimension ergibt sich in erster Linie aus den Nutzungsmöglichkeiten, die das Eroica-Haus als neues Glied in die attraktive Kette von Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten der Stadt Wien für ihre Gäste aus aller Welt einbringt. Mit neuem Leben erfüllt hat es das Potential, auch zur Wertschöpfung der Tourismusbranche einen Beitrag zu leisten.
Dr. Bruno Müller
Herausgeber des n.ö. Wirtschaftspressedienstes
Chefredakteur der Agrar Post
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