Hannes Swoboda über das Dokumentationszentrum  Europahymne

Als Europaabgeordneter freut es mich besonders, dass in meiner Heimatstadt Wien ein Dokumentationszentrum für die Europahymne - Ludwig van Beethovens Schlusssatz aus der 9. Symphonie - geschaffen werden soll. Und deshalb ist es mir nicht nur eine Ehre, sondern auch eine große Freude, die Schirmherrschaft über das Projekt "Eroica-Haus" zu übernehmen.
Ob als ehemaliger Wiener Stadtrat oder jetzt als EU-Abgeordneter: Die Kultur bleibt für mich ein wesentlicher Bestandteil des politischen Geschehens. Und besonders freut es mich, wenn Kunst wie bei dem großen Komponisten in einem engen Verhältnis zum Europa-Gedanken steht. 

Beethovens Musik und die von ihm vertonte "Ode an die Freude" von Friedrich Schiller setzt die Menschlichkeit, die Grenzen überwindet, in den Mittelpunkt. Somit ist Beethoven für mich durchaus ein "Ur-Europäer", der mit seiner Hymne ein Bekenntnis für eine friedliche Gemeinschaft und die Überwindung des Trennenden ablegte. Nicht zuletzt steht auch das Eroica-Haus im 19. Bezirk in einem klaren Bezug zu Europa. Widmete Beethoven seine dritte Symphonie - die "Eroica" - doch ursprünglich dem aufstrebenden Napoleon, von der er zu diesem Zeitpunkt noch hoffte, er würde die aufgeklärten Ideale der Französischen Revolution mit den Bürgerrechten quer über den Kontinent verbreiten und somit zur Einigung Europas beitragen. 

Auch wenn Beethoven kein Wiener war, so schuf er hier doch seine bedeutendsten Werke. In diesem Sinn ist es zu begrüßen, dass Beethovens Hymne als definitive Schnittstelle zwischen Kultur und Europa in der "Musikhauptstadt" Wien in geeignetem Rahmen gewürdigt wird. 

Hannes Swoboda (SPÖ) ist Abgeordneter zum Europäischen Parlament